26.03.2009

Stephanie zu Guttenberg hat ein Herz für Kinder und Tiere



Stephanie zu Guttenberg, die Gattin unseres Wirtschaftsministers Karl-Theodor zu Guttenberg, ist Präsidentin der Hilfsorganisation „Innocence in Danger“, die sich aktiv für missbrauchte Kinder einsetzt. Sie kann nicht tatenlos zusehen wie Kinder leiden. Auch einfühlsame Vierbeiner haben sich als liebevolle Tröster für misshandelte Kinder erwiesen.

HalloHund: Seit drei Jahren engagieren Sie sich für „Innocence in Danger“, eine Organisation, die sich für misshandelte Kinder einsetzt. Was ist das Hauptanliegen dieser Organisation?

Stephanie zu Guttenberg:
Innocence in Danger ist ein internationales Netzwerk gegen sexuellen Missbrauch, insbesondere die Verbreitung von Kinderpornographie durch die neuen Medien – Internet, Handy und Co. Innocence hat Büros in Frankreich, der Schweiz, Deutschland und den USA. Darüber hinaus gibt es Aktionsgruppen in 28 Ländern der Welt. Unser Hauptanliegen ist Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung, Prävention und die Verbesserung der Hilfe für die Opfer. Wir wollen erreichen, dass ein Kind nicht mehr länger im Durchschnitt 8 Erwachsene ansprechen muss, bevor ihm geholfen wird – sondern dass es früher die richtige Hilfe erhält.

HalloHund: Welche Projekte von „Innocence in Danger“ unterstützen Sie?

Stephanie zu Guttenberg:
Innocence arbeitet sehr vielseitig. Zum einen führen wir z.B. Kunstwochen für traumatisierte Kinder durch. Zum anderen läuft seit Anfang 2008 ein Präventionsmodellprojekt – Smart User – mit 65 Jugendlichen aus unterschiedlichstem Bildungshintergrund erarbeiten wir zum Thema neue Medien Strategien für den sicheren Umgang mit den Medien und im Netz.
Auch haben wir -zusammen mit dem Bundesverein für Prävention- eine bundesweite, kostenlose Info-Line namens N.I.N.A. 01805 123 465 ins Leben gerufen. Hier können sich Personen die sich sorgen, ein Kind könnte sexuell missbraucht werden, hinwenden. Seit der Gründung der Info-Line verzeichnen wir einen kontinuierlichen Anstieg an Fallanfragen. Auch Mail-Anfragen steigen stetig www.nina-info.de. Alleine von 2007 auf 2008 haben sich die Anfragen mehr als verdreifacht. Dies ist eine wichtige Anlaufstelle deren Bekanntheit dringend erhöht werden muss.


HalloHund: Auf welche Projekte ist die Organisation besonders stolz?

Stephanie zu Guttenberg:
Die Kunstwoche ist ein innovatives und lohnendes Projekt, das wir gerne erweitern würden.
Stolz bin ich, dass wir als Verein inzwischen international einen exzellenten Ruf genießen. Von 2004 bis 2007 führten wir eine Studie zur Versorgung kindlicher und jugendlicher Opfer von Kinderpornographie in Deutschland durch. Die Ergebnisse dieser – bisher weltweit einzigartigen Studie – sorgen vor allem international und immer mehr auch in Deutschland für großes Interesse. Daraus wollen wir in Zukunft Handlungsleitfäden für Therapeuten/Berater etc. entwickeln. Das ist ein großer Erfolg für so einen kleinen Verein wie den unseren.

HalloHund: In wie fern sehen Sie das Medium Internet als eine Gefahr für Kindesmissbrauch an?

Stephanie zu Guttenberg:
Das Internet erlaubt den Blick in eine große Welt – das ist wundervoll und eine große Herausforderung zugleich. Die Tatsache, dass Kinder und Jugendliche leicht mit pornographischem Material konfrontiert werden ist nur einer von vielen Aspekten. Gleichermaßen ist das Internet eine riesige Kontaktbörse in die Jugendliche zum Teil sehr freizügiges Material von sich reinstellen oder aber direkt sexuell belästigt werden – von Erwachsenen wie anderen Jugendlichen. Und das Internet ist nach wie vor DER UMSCHLAGPLATZ für Material kinderpornographischer Ausbeutung!

HalloHund:
Was muss Ihrer Meinung nach in Schulen zur Verhinderung von Kindesmissbrauch getan werden?

Stephanie zu Guttenberg:
An den Schulen sollten gute Präventionsprogramme laufen. Deshalb führen wir ja auch unser Präventionsmodellprojekt durch, um dann Schulen oder Jugendfreizeiteinrichtungen einen großen Baukasten zur Verfügung zu stellen, mit dem sie Jugendliche erreichen können. ABER ohne das Umfeld der Eltern oder Familie geht es auch nicht. Eltern müssen sich für die Internetgewohnheiten ihrer Kinder interessieren, lernen mit dem Medium umzugehen und mit ihren Kindern im Gespräch bleiben!

HalloHund: Es wird immer wieder festgestellt, dass Haustiere gut für die Psyche von Kindern sind. Können Sie diese Aussage bestätigen?

Stephanie zu Guttenberg:

Oh ja, mit Sicherheit. Alleine bei unseren bereits erwähnten Kunstwochen haben wir z.B. Hunde dabei. Den Tieren gelingt was manch einem Erwachsenen schwerer und manchmal viel später erst gelingt- nämlich der direkte Zugang zu einem Kind. Dem Tier öffnen sich die Kinder bereitwilliger, schließen schneller „Freundschaft“ mit dem neuen Gefährten. Gerade bei traumatisierten Kindern ist das Vertrauen in Erwachsene oftmals gestört, ein Hund wird das ihm entgegen gebrachte Vertrauen niemals missbrauchen. Auch das kann äußerst heilende Impulse setzen.

HalloHund: Kennen Sie Organisationen, die mit Therapiehunden arbeiten, um misshandelten Kindern zu helfen in ein normales Leben zurück zu finden.

Stephanie zu Guttenberg:
Leider kenne ich mich auf diesem Gebiet zu schlecht aus- ich kenne zwar einige Organisationen die mit Tieren zu Therapiezwecken arbeiten, aber nicht gut genug um deren Arbeit zu beurteilen. Ich weiß aber, dass es auch hier großartige Erfolge gibt.

HalloHund: Glauben Sie, dass Hunde seelisches Leid bei uns Menschen spüren können?

Stephanie zu Guttenberg:

Wenn die Hunde ihre „Herrchen und Frauchen“ gut kennen, bin ich absolut davon überzeugt, dass Hunde dazu in der Lage sind.

HalloHund: Besitzen Sie selber auch Hunde?

Stephanie zu Guttenberg: Ja, ich habe selber auch 2 Hunde. Und ich möchte diese treuen Gefährten in meinem Leben nicht missen.

HalloHund: - Vielen Dank -

 

Kontonummer für Spendenbeiträge der Organisation "Innocence in Danger":

Innocence in Danger e.V.
Kto: 10 50 50 96
BLZ: 120 300 00
Deutsche Kreditbank AG


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Kommentare

 

24.03.2009 21:22:14 Uhr

camilla

Kunst als Therapie

Eine wunderbare Idee, Kunst als Therapie einzusetzen! Es hilft sicherlich das
Selbstbewußtsein der Kinder wieder aufzubauen und nimmt ihnen das Gefühl
"Patienten" zu sein. Dazu noch Hunde! Da wäre man am liebsten selbst da-
bei.

 

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