08.06.2010

Umzug mit Hund



Für den riesigen Wirbelwind, Marmaduke bringt der Umzug von Kansas nach Kalifornien viele Veränderungen mit sich. Neue Gerüche, ein neues Haus und eine neue Hundewiese mit vielen neuen Bekanntschaften.
Der Tierpsychologe, Jörg Tschentscher, erklärt, wie sich eine neue Umgebung auf unsere Vierbeiner auswirken kann.




1. Was muss man bei einem Umzug mit dem Hund beachten?

Der Hund kommt in eine neue Umgebung und braucht Zeit sich einzugewöhnen.  Sehr gut ist es. wenn man vor dem eigentlichen Umzug schon mal in die neue Wohnung kann und dort einfach ein bisschen Zeit verbringt. So kann sich der Hund schon ein bisschen mit der neuen Umgebung vertraut machen und ist am Umzugstag nicht ganz so aufgeregt. Da geht´s schon hektisch genug zu und dann kann ein herum wuselnder Hund schnell mal als störend empfunden werden. Sinnvoll ist es in diesem Zusammenhang auch, wenn sich der Hund seinen Ruheplatz in der neuen Wohnung frei wählen darf. Den Platz vielleicht auch schon vor dem Umzug gefunden hat und sich während des Treibens dorthin zurück zieht.  Ausnahme: Kleine Kontrollfreaks, bevorzugen häufig einen Platz von wo aus sie alles beobachten können. In dem Fall würde ich den Hund bei der Platzwahl etwas einschränken. Ein Ruheplatz sollte ruhig und keine Aussichtsplattform sein.

2. Können Hunde ihr altes zu Hause und die Freunde von der Hundewiese vermissen?


Hunde sind hochsoziale Tiere. Klar können Sie auch Ihre Gassi-Bekanntschaften vermissen. Meist sind diese Gassigänge schon fast ritualisiert (Immer gleiche Zeit, gleiche Leute und Hunde die man trifft, häufig gleicher Weg), so etwas prägt sich ein. Was das Umfeld angeht: Der Hund orientiert sich stark an "seinem" Mensch, gerade im häuslichen Bereich ist die Eingewöhnungsphase kürzer. Das liegt aber wahrscheinlich daran, dass es da "nur" eine neue Raumaufteilung und neue Gerüche gibt. Der Umgang mit anderen Hunden und Territorien findet da eher draußen statt.

3. Wie wirkt sich ein Umzug auf die Psyche des Hundes aus?


Das ist ja nach Hund unterschiedlich. Der eine ist neugierig und aufgeschlossen, ihm fällt die Eingliederung  leichter. Der andere ist eher ängstlich, braucht Zeit um sich einzuleben. Er vergrößert seinen Radius langsam, bleibt am Anfang häufiger beim Besitzer, ist fremden Hunden gegenüber eher zurück haltend. Starke psychische Veränderungen sind da die Ausnahme. Hunde können sich im Allgemeinen sehr gut an eine neue Umgebung anpassen.

4. Wie kann man dem Hund die Eingewöhnungs-Phase erleichtern?

In diesem Zusammenhang wird häufig ein Pheromonpräparat ins Spiel gebracht, das kann einem Tier die Eingliederung in den neuen Wohnraum etwas erleichtern. Muss es aber nicht. Es gibt auch einige Tiere die bei dem Präparat mit Unruhe reagieren oder es komplett meiden. Wenn überhaupt  würde ich es nur in den Wohnräumen und nicht pauschal als Halsband verwenden. Aus der Praxis würde ich aber sagen: Lassen Sie ihrem Hund Zeit sich an die neue Umgebung zu gewöhnen, bleiben sie entspannt. So wie Sie sich die neue Umgebung anschauen, Geschäfte und Restaurants suchen, so muss sich ihr Hund auch mit seiner neuen Umgebung vertraut machen. Lassen Sie ihm die Zeit, die er als Individuum braucht.

5. Besteht vermehrt die Gefahr, dass der Vierbeiner ausreist um das alte zu Hause zu suchen?

Ich würde ihn in den ersten paar Tagen schon an der Leine lassen. Gerade in fremden Umgebungen kann ein Tier in der passenden Situation schnell in Stress verfallen und hat dann evtl.  keine Ahnung wo es hinlaufen kann, soll. Da kann der Hund schnell mal auf die Straße laufen oder um eine Häuserecke herum und verliert die Orientierung. Aus dem Grund würde ich den Hund in den ersten Tagen auch nur mit ihm wirklich bekannten Personen raus lassen und nicht mal kurz mit den Kindern der neuen Nachbarn.

6. Können Sie sagen, wie lange es etwa dauert, bis sich ein Hund in der neuen Umgebung wohl   fühlt und neue Freunde findet?

Jeder Hund ist anders, das zu pauschalisieren ist fast unmöglich. Häufig liegt die Phase aber bei ca. 14 Tagen bis sich der Hund richtig sicher bewegt und verhält. Das hängt aber auch damit zusammen, wie viel Zeit der Halter mit seinem Hund in der neuen Umgebung verbringt. Wie viele neue Hundebekanntschaften er machen kann.

7. Haben Sie persönlich schon Erfahrungen mit einem Umzug mit dem Vierbeiner gemacht?


Meine Hunde waren am Anfang sehr neugierig. Meine Hündin hat erst mal alleine Raum für Raum abgeschnuppert. Mein Rüde ist dann etwas später auf "Entdeckungsreise" gegangen. Draußen war es erst wie im Urlaub. Erst mal markieren und zeigen "Ich bin jetzt hier". Der zweite und dritte Spaziergang dauerte dann wesentlich länger. Da wurden erst einmal alle Duftmarken der anderen Hunde genau "gelesen" und der eine oder andere begrüßt. Meine Hündin brauchte schon ihre 3 Tage, bis sie den Weg nach Hause alleine fand, beim Rüden klappte es auf Anhieb.


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Kommentare

 

13.06.2010 15:52:04 Uhr

Fania

Auch wir müssen bald

Auch wir müssen bald umziehen. Richtig weit weg! Wir hoffen, dass unser Joey seine ganzen Kumpels und all die netten Hunde und lieben Menschen in unserer Nachbarschaft nicht zu sehr vermisst. Nachdem ihm Urlaub aber viel Spaß macht, sind wir zuversichtlich!
Der Artikel war für uns sehr interessant.
LG Fania und Joey

12.06.2010 11:02:32 Uhr

nell

Wir ziehen auch bald um

Daher ist der Artikel echt hilfreich und interessant!
Vielen Dank!
LG mari mit Nelly

10.06.2010 18:25:05 Uhr

crazykris1

Umzug

Ich finde den Artikel auch sehr interessant, da wir auch bald umziehen. Mal gespannt, wie Marley darauf reagiert. Aber so wie ich ihn kenne, nimmt er das ganze gut auf. Er ist ja schon immer viel mit rumgereist und hat sich überall wohl gefühlt.

09.06.2010 08:22:55 Uhr

Labbi-Goofy

Das ist sehr...

..passend das gerade jetzt das Thema angesprochen wird, da wir auch in 2 Monaten umziehen. Ich hoffe mein Hund gewöhnt sich schnell an die neue Wohnung und die neue Umgebung.

08.06.2010 14:33:46 Uhr

arminiastern

Danke!

Da wir sehr oft umziehen, möglicherweise auch einmal mit Hund, ist der Artikel sehr hilfreich.

08.06.2010 14:33:37 Uhr

bootsy

Bootsy hatte keine Probleme

mit dem Umzug. Schnell hatte er seine Lieblingskumpel gefunden, hier im Ort hat jeder Nachbar einen Hund,
seine grosse Liebe ist ein 3 Jahre alter Dobermannrüde namens Aaron. In Hamburg hatten wir auch einen Dobermannrüden zum Nachbarn und den hat er gehasst, da sind so einige Blumentöpfe auf unserem Balkon geflogen, wenn Jasper um die Ecke kam.
Er hat sich vom ersten Tag an hier wohlgefühlt.
Wenn wir nach Hamburg fahren, ist er immer ganz aufgeregt, ab Ausfahrt Stellingen bleibt er nicht mehr ruhig im Auto sitzen, er braucht sehr, sehr lange bis er alles gelesen hat, ist ja klar, dass ist ja immer noch sein Revier!
LG Rina

 

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