Viele Welpenbesitzer lassen ihre kleinen Vierbeiner bedenkenlos in der Gegend umhertapsen. Selbst wenn größere Hunde des Weges stolzieren, haben sie keine Sorgen, dass diese ihrem Welpen etwas zu Leide tun könnten: Es gibt ja den Welpenschutz. Doch existiert dieser tatsächlich und vor allem hält sich auch jeder Hund daran? HalloHund hat recherchiert.
Besitzer eines kleinen Welpen gehen häufig davon aus, dass sich ihr kleiner Racker alles erlauben kann. Es gibt ja den sogenannten Welpenschutz, der die Welpen vor Angriffen und Rüge erwachsener Vierbeiner bewahren soll. Was viele jedoch nicht wissen: Nicht jeder ausgewachsene Hund hält sich an Welpenschutz. Eigentlich genießen sogar nur Welpen innerhalb eines Rudels Narrenfreiheit bei ihren vierbeinigen Artgenossen. Das hat auch einen Grund: blutsverwandte Artgenossen innerhalb eines Rudels tun sich gegenseitig nichts, oder beschützen sich sogar zur Erhaltung der eigenen Gene. Trifft demnach ein Welpe auf einen fremden Hund, sollte man nicht mit dem Welpenschutz rechnen. Dies gilt besonders dann, wenn der Welpe die 14. Lebenswoche bereits überschritten hat.
Fällt ein erwachsener Hund einen Welpen an, darf man ein solches Verhalten auf keinen Fall dulden. Denn ob es nun Welpenschutz gibt oder nicht, einen wehrlosen Welpen darf ein Hund mit Manieren einfach nicht anfallen oder auch nur verängstigen. Ein sanftes Tadeln ist natürlich erlaubt, allerdings nur zur Erziehung besonders aufmüpfiger Welpen.
Habt ihr auch schon die unschöne Erfahrung machen müssen, dass euer Welpe angefallen wurde, oder dass euer Hund einen Welpen angefallen hat? In unserem Forum läuft bereits eine angeregte Diskussion zu diesem Thema.


Kommentare
23.04.2009 11:33:19 Uhr
Yamoo
welpenschutz
Hallo :)
ich bin froh, dass so ein Artikel einmal veröffentlicht wurde und wäre noch froher wenn die tatsache, dass welpenschutz eigentlich nur im eigenen Rudel besteht mehr publik werden würde.
Ich ärgere mich immer wieder über Hundebesitzer, die ihre vierbeiner nicht unter kontrolle haben und dann mit dem argument kommen, "ach die tun sich nix, der kleine hat doch noch welpenschutz" und dann womöglich noch ihre hunde von der leine lassen (alles vorgekommen)... naja das resultat war, dass mein kleiner gebissen wurde. es hat ihn zwar jetzt nicht sehr geprägt, also er ist friedfertig wie eh und je und auch nich aggressiv gegen kleinere hunde o.ä. was ich ein bisschen erwartet hatte.
naja diese situation ist gut ausgegangen, aber sie hat auch mal wieder gezeigt wie unwissend viele hundehalter sind (obwohl sie wie sie behaupten "schon iiimmer hunde hatten") ja was bringt das hunde haben, wenn man keine ahnung hat.
--> and. bsp.: "mein hund kriegt knochen" ich:"aber keine vom schwein oder?" "klar wieso denn nicht, hunde können alles fressen!"
09.04.2009 12:00:28 Uhr
Emely P.
Welpenschutz
Guten morgen erst mal. Ich kann hier allen nur zustimmen. Wobei ich eher - wiedereinmal - befürchte, dass wir Menschen unter Welpenschutz etwas anderes verstehen und Situationen meistens falsch interpretieren. Wenn ich neben zwei rangelnden Hunden mit grosser Angst stehe, dass einer beisst oder gebissen wird, möglicherweise diese Angst übertrage, (der arme kleine Hund ist doch noch so ungeschützt) oder sogar laut werde und schreie, dann feure ich indirekt die Hunde zum Kampf an, oder aber gebe dem erwachsenen Hund recht, dass der Welpe erzogen werden muss.
Cécil, ich würde gerne wissen, was damit gemeint ist "...darf man auf keinen Fall dulden"? Ich bin Flötistin und ärgere mich immer wieder über Lehrer, die ihren Schülern gute Ratschläge geben, wie zum Beispiel ..."atme in Bauch".. Was ich damit sagen will ist, wenn ich nicht weiss, wie ich meinen Hund davon abhalten kann, andere Hunde zu massregeln, weil ich dieser meist unangenehmen Situation aus dem Weg gehen will, dann reicht mir der gute Ratschlag "das darfst du nicht dulden" nicht aus. Ich erziehe meine Hunde gewaltfrei, mit Einsatz von Körpersprache und Mimik (verbale Anweisungen haben bei Tieren nie einen so grossen Stellenwert, wie bei den meisten Menschen) und das mit grossem Erfolg. Emely hat es eine zeitlang auch auf Welpen abgesehen, und wir haben das gut hinbekommen allerdings ohne Bestrafung.
Und wichtig war, jemand, der mit seinem Welpen bereit war, mit uns zu üben ohne handgreiflich zu werden.
Und noch zum Schluss, Situationen, die mir unheimlich sind, gehe ich aus dem Weg, lässt sich das nicht vermeiden, werde ich auf keinen Fall weder verbal noch sonst eingreifen, denn das verschärft eine Situation immer. Ich versuche mich selbst mit leiser Stimme zu beruhigen, so dass sich die Situation innerhalb kurzer Zeit insgesamt beruhigt.
Frohe Ostern.
21.03.2009 05:56:17 Uhr
lissyfips
Welpenschutz......
leider kann ich da auch nur dazusagen, aus eigener Erfahrung, dass man sich da wirklich nicht drauf verlassen kann.
Unser Nicki (er ist schon lange nicht mehr bei uns) er war so eine Dackel-Rottweiler-wasweißich-Mischung wurde mal von einem Dobermann gebissen, seitdem hatte er irgendwie vor "größeren" Hunden Angst.
Unser späterer Hausmeister hatte einen jungen reinrassigen Jagdhund -Welpe- war aber größer als unser Nicki, und die zwei mochten sich von Anfang an nicht. Leichtsinnigerweise habe ich mich einmal von dessen Besitzer überreden lassen, die beiden ohne Leine laufen zu lassen, vielleicht gehe es dann besser, ich hatte zwar Bammel und sagte ihm auch, dass ich keine Verantwortung übernehme nachdem er mich zu einem Versuch überredet hatte.
Anfangs liefen die beiden auch ohne irgendetwas zu machen umher, ich sah aber wie sich bei Nicki das Fell aufstellte und wollte ihn wieder festmachen. Es war zu spät mit einem Satz sind die beiden aufeinander los, Nicki hatte sich so in das Bein des anderen verbissen, dessen Herrchen wollte ihn am Halsband bzw. zog ihn daran hoch und Nicki hing dran und ließ nicht mehr los.
Ich hab nur noch gebrüllt und wusste gar nicht mehr was ich mchen sollte. Irgendwie bekamen wir sie auseinander.
Leider mussten der andere Hund später eingeschläfert werden, da er dann auch andere, sogar Menschen angegriffen hatte. Ich selbst durfte überhaupt nicht mehr in dessen Nähe kommen da wurden sofort die Zähne gefletscht - so jung der Hund noch war -.
Es war zwar sehr traurig aber so kann es leider gehen.
Lg Monika
12.03.2009 08:03:02 Uhr
Miss_Marple
Guten Morgen,da will ich auch mal meinen Senf zugeben,
Welpenschutz ist ein vor allem von Hundehaltern häufig benutzter Begriff, der besagt, dass Welpen angeblich bei älteren Hunden eine weitreichende „Narrenfreiheit“ haben, von ihnen nicht angegangen und nicht verletzt werden. Für menschliche Beobachter stellt sich diese Zurückhaltung häufig als Form besonderer Toleranz dar.
Bekannt ist mittlerweile, dass es einen generellen Welpenschutz nicht gibt. Eine erhöhte Toleranz genießen Welpen nur in ihrem eigenen Rudel oder bei besonders toleranten und an Welpen gewöhnten Hunden; eine generelle Beißhemmung zum Schutz von Welpen kann nicht von jedem Hund erwartet werden.
Ich bin aber auch sehr froh das meine grossen sehr geduldig sind und nicht eifern wenn wir mal wieder nen Pflegewurf haben.
LG Mandy
12.03.2009 00:32:15 Uhr
Damion
Ich kann das nur bestätigen,
Welpenschutz funktioniert nicht immer. Bei uns auf dem Hundeplatz gibt es eigentlich nur zwei erwachsene Rüden, die man bedenkenlos mit den Welpen zusammenlassen kann. Einer davon ist mein Damion, er ist regelmäßig mit in der Welpenspielstunde dabei. Er animiert die Kleinen zum Spielen, bringt Streithähne mit einem einfachen Waff auseinander und die Welpen lernen viel von ihm. Keine Angst vor einem Tunnel, verschiedenen Bodenbelegen/ Untergründen und Geräuschen. Zurückblickend muss ich sagen, hat Damion als Welpe aber selbst eine schlechte Erfahrung mit einer erwachsenen Hündin gemacht. Sie hatte ihn in die Schnauze gebissen, ist glücklicher Weise sehr gut verheilt und er ist trotz dieser Erfahrung kein ängstlicher, sondern ein sehr liebenswerter umgänglicher Hund geworden. Eben meine soziale Triebsau. Also nicht auf Welpenschutz vertrauen!
lg Kirstin
11.03.2009 23:33:38 Uhr
Ich wäre da Vorsichtig,
das mit dem Welpenschutz klappt nicht immer, haben da auch schon unsere Erfahrungen gemacht.
Wir wissen es zwar , aber verstehen es auch die anderen Hunde alle.
11.03.2009 19:04:18 Uhr
Cecile von Fürstenberg
Welpenschutz
Aus eigener Erfahrung kann ich leider bestätigen, dass der Welpenschutz nicht generell gilt. Zu meinem Entsetzen hat meine Vizsla-Hündin kürzlich bei einem Spaziergang versucht, einen nur wenige Wochen jungen Welpen ihrer Rasse, ein wenig zu brutal zu tadeln. Das Motiv meiner Hündin war meinem Erachten nach Eifersucht. Der Anblick des tapsigen Welpen war so süß, dass ich ihn spontan auf den Arm nahm und an mich drückte. Offensichtlich ein großer Fehler meinerseits. Das ein anderer Hund, sei es nun ein Welpe oder nicht, derart viel Aufmerksamkeit von mir geschenkt bekommt, duldet meine Hündin nämlich nicht. Als ich den Welpen wieder auf den Boden setze, bekam er einen unsanften Rüffel und ließ sich entsetzt auf den Rücken fallen. Er hat mir furchtbar leid getan und meine Hündin hat eine ordentliche Strafpredigt erhalten. Ein solches Verhalten darf man auf keinen Fall dulden. Denn ob es nun Welpenschutz gibt oder nicht, einen wehrlosen Welpen darf ein Hund mit Manieren einfach nicht anfallen oder auch nur verängstigen. Ein sanftes Tadeln ist natürlich erlaubt, allerdings darf das Motiv dann nicht Eifersucht sein, sondern sollte nur zur Erziehung besonders aufmüpfiger Welpen dienen.