Rasse-Porträt

Welche Rasse passt zu mir? Heute: Der Dobermann

Sie suchen einen Hund und sind sich bei der Rasse noch nicht sicher? Lesen Sie weiter! Wir stellen Ihnen alle sieben Tage einen vierbeinigen Zeitgenossen mit all seinen Macken und Vorzügen vor.

Um Ihnen die verschiedenen Rassen vorzustellen, befragen wir Fachleute und Hundehalter.
Dieses Mal haben wir die Züchter-Familie Lorenz befragt. Falls Sie gerne möchten, dass wir eine bestimmte Hunderasse vorstellen, dann schicken Sie uns eine Email an community@hallohund.de.


Der Dobermann -  das sagt die Züchterin Frau Lorenz:


Allgemeine Erscheinung:
Der Dobermann ist mittelgroß, kräftig und muskulös gebaut. Er ist das Sinnbild eines sportlichen Hundes

Ohren: Falls der Dobermann aus einem Land kommt,  in dem kein Kupierverbot herrscht wird das hoch angesetzte Ohr aufrecht getragen und ist im Verhältnis zum Kopf auf eine passende Länge geschnitten. Bei einem Schlappohr ist ein mittelgroßes, mit dem vorderen Rand glatt an den  Wangen anliegendes Ohr gewünscht.

Augen: Sie sollten mittelgroß, oval und möglichst dunkel sein. Bei braunen Hunden ist eine etwas hellere Farbe erlaubt. Der Lidrand sollte behaart sein.



Fell-Farbe: Es gibt schwarze und braune Dobermänner, die beide einen rostroten Brand haben. Blaue oder isallfarbene Dobermänner sind Fehlfarben und von der Zucht ausgeschlossen.

Rute: Sollte der Dobermann aus einem Land kommen,  in dem kein Kupierverbot herrscht, sollte die Rute hoch angesetzt und bis auf zwei Wirbel kupiert sein. In den Ländern in denen es ein Kupierverbot gibt, bleibt die Rute naturbelassen

Widerristhöhe:
Rüden : 68 - 72 cm
Hündinnen : 63 - 68 cm
Jeweils Mittelgröße erwünscht



Herkunft: Die Rasse Dobermann entstand in Deutschland

Geschichte: Die Dobermannrasse führt als einzige Rasse den Namen ihres ersten bekannten Züchters Friedrich Louis Dobermann.


Der Abdeckereibesitzer Dobermann war nebenbei städtischer Hundefänger und hatte das gesetzliche Recht, aller freiumherlaufenden Hunde einzufangen. Zur Zucht paarte er aus diesem Reservoir besonders scharfe Hunde. Sein Lieblingshund, eine mausgraue Hündin Namens "Schnuppe", nicht Schäferhund nicht Pinscher, war demnach nichts weiter als ein Kreuzungsprodukt aus dem damals vorhandenen Hundebestand um Apolda. Diese Hündin paarte er mit einem Fleischerhund, einer Art Vorläufer des Rottweilers vermischt mit einer Art Schäferhund, der in Thüringen in schwarz mit rostroten Abzeichen vorhanden war. Außerdem sollen noch Bastards aus Pinscher- und Jagdhund Arten verwendet worden sein.

Reine Rassehunde etwa im heutigen Sinne waren damals nur vereinzelt vorhanden. Mit der hierfür aufgezählten Mischung von Hunden soll Dobermann in den 70er Jahre des vorherigen Jahrhunderts gezüchtet haben. Er erhielt dadurch "seine Rasse", d.h. Gebrauchshunde, die nicht allein wachsam, sondern auch "mannfeste Hof- und Haushunde" waren. Sie wurden viel als Hüte- und Polizeihunde eingesetzt. Die zahlreiche Verwendung im Polizeidienst führte damals zu dem Beinamen "Gendarmenhunde".

Bei der Jagd wurden sie überwiegend zur Bekämpfung des Raubwildes eingesetzt.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Friedrich Louis Dobermann der Verdienst zukommt, als erster Züchter, die nach ihm benannten Hunde als eine eigenständige Rasse begründet zu haben.


Gewicht: Rüden ca. 40 – 45 kg
Hündinnen ca. 30- 35 kg

Lebenserwartung: Leider liegt die Lebenserwartung beim Dobermann nur noch bei ca. 10 Jahren, oft auch darunter.

Charakter: Bei konsequenter, liebevoller Erziehung und ausreichender Beschäftigung ist der Dobermann ein guter Familien, Sport und Begleithund.

Empfehlung: Der Dobermann ist ein anspruchsvoller und aktiver Hund. Er sollte auf keinen Fall im Zwinger gehalten werden, da er sich nur in der Nähe seiner Menschen wohlfühlt. Der Dobermann gehört zu den Gebrauchshunderassen und sollte in seinem ursprünglichen  Zuchtziel auch gefördert werden. Das kann auch auf vielfältige Weise sein, sei es Hundesport, Agility, Breitensport oder auch Obedience. Der Dobermann ist kein Hund der auf dem Sofa versauern sollte.
Bei der Erziehung kann sich der Dobermann als schwierig erweisen, wenn man nicht absolut konsequent bleibt. Es empfiehlt sich die Ausbildung in einem Hundeverein.
Beim Kauf sollte man unbedingt auf FCI / VDH Papiere achten, da diese Welpen aus einer kontrollierten Zucht stammen, welche auf Wesen und Gesundheit überprüft werden.
Der Dobermann gehört zu den pflegeleichten Rassen, bedingt durch sein kurzes Fell, das man schnell mit einem feuchten Tuch säubern kann.