Rasse-Porträt

Welche Rasse passt zu mir? Heute: Der Australian Shepherd

Um Ihnen die verschiedenen Rassen vorzustellen, befragen wir Fachleute und Hundehalter.
Dieses Mal haben wir die Züchterin Frau Löffler befragt. Falls Sie gerne möchten, dass wir eine bestimmte Hunderasse vorstellen, dann schicken Sie uns eine Email an community@hallohund.de.


Der Australian Shepherd - das sagt die Züchterin Frau Löffler:


Allgemeine Erscheinung:
Der Australian Shepherd ist ein gut ausbalancierter Hund von mittlerer Größe. Er ist lebhaft, aufmerksam und zeigt Ausdauer und Stärke, kombiniert mit einer außergewöhnlich, leichfüßigen Beweglichkeit.
Er ist im Idealfall etwas länger als hoch, sein Fell ist von mittlerer Länge und Härte.
Die Vielfalt in Zeichnung und Farbgebung, ist eines der Markenzeichen des Australian Shepherds.
Die Geschlechtsunterschiede zwischen Rüden und Hündinnen sind deutlich erkennbar.
Ohren:
Mittlerer Größe, an den Seiten des Kopfes hoch angesetzt, dreieckig und leicht gerundet an der Spitze.
Stehohren und Hängeohren, kommen vor, werden aber als Fehler gewährtet.
Augen:
Mandelförmig sehr ausdrucksstark und klar.
Die Farben sind: Brown (bernstein bis dunkelbraun) vorwiegend bei Black und Blue Merle,
Amber (gelb bis grün) vorwiegend bei Red und Red Merle,
Blue (wasser- bis himmelblau) vorwiegend bei Blue und Red Merle,
selten auch bei Black und Red
Kombination einschließlich Flecken und Marmorierung sind rassetypisch.
Rute: lang oder NBT (NBT = angeborene Stummelruten in allen Längen).
Eine identifizierende Charakteristik ist seine natürliche oder kupierte Stummelrute
In Deutschland ist das kupieren der Rute verboten.
Widerristhöhe:
Rüden 51-59 cm
Hündinnen 46 cm bis 54 cm
Ein Tier darf von einem Zuchtrichter nicht schlechter bewertet werden, nur weil es eventuell etwas kleiner als sein Konkurrent ist.
Gewicht: Der Größe entsprechend
Lebenserwartung: Der älteste Australian Shepherd, den ich kenn ist 16 Jahre alt.
Durchschnittliche Lebenserwartung sind ca. 12 Jahre.
Charakter:
Der Aussie ist freundlich, intelligent, sehr lernfreudig und zählt zu den Hütehunden.
Er hat eine beeindruckende Mimik, ist sehr vielseitig, und (in den richtigen Händen) leicht trainierbar.
Er erfüllt die ihm gestellten Aufgaben mit Stil, Freude und Enthusiasmus.
Fremden gegenüber ist er oft reserviert, aber nicht scheu.
Obgleich in einige Linien aggressive und autoritäre Arbeiter zu finden sind, ist aggressives Verhalten jeder Art gegenüber Menschen und Tieren bei dieser Rasse nicht tolerabel.

Empfehlung:
Ein Aussie ist ein wundervoller Hund für naturverbundene, sportliche Familien, die viel Zeit mit ihrem Hund verbringen möchten.
Jeder Züchter hat seine eigenen Ideale und Vorstellungen und jedes Hundekind hat seinen individuellen Charakter und Besonderheiten.
Bei der Wahl seines neuen Familienmitgliedes, solle man einen erfahrenen Züchter, mit Herz, Menschenkenntnis und Liebe zu seinen Hunden wählen.

 

Der Australian Shepherd - das sagt die Besitzerin Anke Kutz:

Eine richtig flotte Lotte ist unsere Hündin. Und schlau - das haben wir schon in den ersten Tagen gemerkt. Unser damals knapp neun Wochen altes neues Familienmitglied merkte sich ganz schnell, dass hinter der Abstellraumtür die Leckerchendose steht. Jedes mal, wenn wir an der Tür vorbeigingen, kam unser lustiger Welpe angerannt und machte astrein "Sitz". Einmal gelernt und direkt verstanden - das ist typisch für die Rasse.

Australian Shepherds merken sich alles zügig und beobachten genau. Und sie möchten beschäftigt werden. Unsere Lotte, eine Black-Tri Aussie-Hündin, hat noch genau im Blut, wofür ihre Vorfahren mal gezüchtet wurden: zum Schafe hüten. Die hatten wir aber gerade nicht im Garten - aber Kinder, eigene und Freunde, Nachbarskinder....hier ist immer was los. Und Lotte fands toll; fing an zu "Hüten" - das heisst, sie knabberte den Kindern am Fuß und wollte sie zusammentreiben. Auf Dauer natürlich keine gute Idee! Andere Beschäftigung musste her. Nach mehreren Welpenkursen in der Hundeschule gings zum Schnupperkurs "Hundesport". Klasse! Ob Frisbee, Agility oder Dog Dancing - die flotte Lotte war dabei und ließ ihre Kurskumpels alt aussehen.

Unsere Hündin ist jetzt 15 Monate. Ein Training mit dem Clicker haben wir auch schon mit ihr gemacht. Mit großer Freude erledigt sie Aufgaben, sucht zum 50.mal ihr Gummischwein und ist enttäuscht, wenn man nicht ewig weiter macht. - Nur gut hören, was wir von ihr möchten, darauf hat Madame manchmal gar keine Lust. Und an der Leine "bei Fuß" gehen... na, wenn es sein muss. Damit Lotte gehorsamer wird, machen wir jetzt mit ihr den "Hunde-Führerschein", die Begleithundausbildung. Dort lernt sie zum Beispiel, auch bei stressigen Situationen im Straßenverkehr cool zu bleiben und aufs Wort zu hören!

Also, uns wird mit unserem Australian Shepherd nicht !!! langweilig. Der Hund braucht Zeit und Beschäftigung. Wenn er ausgelastet ist, ist er zufrieden und macht wenig Unsinn. Wenn nicht ( haben wir auch schon gehabt)... dann wälzt man sich als Hund halt aus Protest durchs Gästebett, so!!! Die Rasse ist klasse und absolut kindertauglich. Man muss aber Ausdauer haben. Denn auch Frauchen geht die Puste aus, wenn sie nach einer Stunde Spaziergang erwartungsvoll angeguckt wird. Nach dem Motto: "Und was machen wir jetzt?"