Der Hundesport Agility

Agility: Fitness für Hund und Halter

Michaela Brandstetter ist Hundetrainerin und macht schon seit über zehn Jahren Agility. Sie gibt regelmäßig Kurse und konnte sich seit 2003 jedes Jahr für die Agility-Weltmeisterschaft qualifizieren.

Für HalloHund nahm sich die Expertin Zeit und beantwortete uns die wichtigsten Fragen zum Thema Agility. Redaktionshund Muffin gab Michaela sogar eine kleine Privat-Unterrichtsstunde.


HalloHund: Was ist das Besondere an Agility?

Michaela Brandstetter: Das Besondere an Agility ist für mich, dass es eine sinnvolle und lustige Beschäftigung für meinen Hund und mich ist. Im Agility arbeiten Mensch und Hund als Team zusammen und das finde ich schon ein tolle Herausforderung! Jeder entwickelt einen gewissen Ehrgeiz, um seinen vierbeinigen Freund möglichst schnell und ohne Fehler über einen vorgegebenen Parcours zu führen. Das ist doch nicht so einfach, wie es aussieht!

HalloHund: Welche Hunde eignen sich für diesen Hundesport?

Michaela Brandstetter:
Agility kann man grundsätzlich mit jedem gesunden Hund ausüben, allerdings sollte er auf keinen Fall zu dick sein und eine gute Kondition haben!

HalloHund: Gibt es Hunderassen, die sich nicht für Agility eignen?

Michaela Brandstetter: Allzu große, schwere Rassen (z.B. Doggen, Bullmastif) haben es natürlich nicht sehr einfach, aber ich kenne auch Rottweiler und Rhodesian Ridgebacks, die in einem super Tempo über den Parcours rasen. Man sieht, dass auch hier Ausnahmen die Regel bestätigen! Das Wichtigste ist einfach, dass der Hund gesund ist.

HalloHund: Was sollte ich beachten, wenn ich das erste Mal mit meinem Hund Agility mache?

Michaela Brandstetter: Man sollte nicht ohne Trainer mit Agility beginnen, auch nicht, wenn ich es „nur“ als Freizeitbeschäftigung sehe und keine Turniere starten möchte! Das Wichtigste ist eine gute Grundausbildung, denn angelernte Fehler lassen sich nur schwer wieder beheben. Der vierbeinige Freund wird es danken!



HalloHund: Wie motiviere ich meinen Hund zum Agility?

Michaela Brandstetter: Die Motivation ist das Allerwichtigste und die Grundvoraussetzung für Agility. Wenn Ihr Hund gerne spielt, motivieren Sie ihn früh über sein Spielzeug und spielen so viel es geht mit Ihrem kleinen Welpen.

HalloHund: Wie lange darf ich am Stück Agility trainieren?

Michaela Brandstetter:
Generell ist Agility mit Vorsicht auszuüben, da die Gelenke auf gewisse Weise schon stark beansprucht werden, darum ist eben „weniger mehr“ und ich empfehle höchstens zweimal pro Woche zu trainieren. Man sollte beim Agility den Hund keinesfalls überfordern! Kurze Sequenzen üben und dann eine Pause machen. Wenn man zu lange übt, verliert der Hund die Lust am Sport. Das Sprichwort: „In der Kürze liegt die Würze“ trifft es auf den Punkt!

HalloHund: Welche Agility-Geräte brauche ich unbedingt, um mit meinem Hund im Garten zu trainieren?

Michaela Brandstetter:
Ich persönlich halte nichts von eigenen Geräten im Garten, da die Gefahr besteht, dass man seinen Hund übertrainiert und außerdem schleichen sich wahrscheinlich ohne Trainer Fehler ein, die dann schwer auszubessern sind. Es ist schöner und sinnvoller, wenn man sich einen oder zwei Tage pro Woche mit seinem vierbeinigen Freund zu einem Training mit Gleichgesinnten fährt. Das ist effizient und nebenbei kann der Hund im Anschluss mit seinen Artgenossen spielen und Spaß haben, und auch der Hundeführer kann plaudern und Erfahrungen austauschen. Das ist doch das Schönste, oder?

HalloHund: Das perfekte Agility-Team...?

Michaela Brandstetter: ...hat Spaß am Sport, hält zusammen und stellt die Teamarbeit und nicht das „Gewinnen wollen“ in den Vordergrund.




Die HalloHund Redaktion hat Michaela Brandstetter besucht. Sehen Sie im Video wie Redaktionshund Muffin unter ihrer Leitung seine ersten Erfahrungen mit Agility macht. Und: Michaela Brandstetter zeigt einen Profi-Agility-Lauf.

Mehr über die Entstehung dieses Hundesports erfahren Sie hier.