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08.02.2010 - Hundegesundheit mit Dr. Christina Feidler0 Kommentare

Dr. Christina Bertram hat Tiermedizin studiert und arbeitete seit 2001 bei MARS Petcare, wo sie sich überwiegend um Ernährungs- und Züchterthemen kümmerte und den Hundezüchterbereich betreute. Seit September 2008 ist Frau Dr. Bertram niedergelassene Tierärztin mit eigener Praxis in Hamburg.

Warum hat mein Hund Haarausfall? Welches Medikament hilft bei Inkontinenz? Immer montags beantwortet Frau Dr. Bertram ausgewählte Fragen von Ihnen zum Thema Hundegesundheit.

Montag, 08. Februar 2010
Juckreiz am Ohr bei Kälte
Denise Altintas: Ich habe einen Malteser-Mischling. Seit Tagen ist es total kalt draußen und seitdem juckt er sich und schüttelt sich dabei jeden Tag wie verrückt am Ohr. Ich bin mit ihm bereits zu verschiedenen Tierärzten und Tierkliniken gegangen, doch die verschreiben immer nur Medikamente und Kortison und dennoch ist keine Besserung in Sicht. Jetzt habe ich nochmal ins Ohr geschaut und gesehen, dass am Ohrrand so eine Art Kruste ist. Ist das wegen der Kälte oder was kann das sein? Und was kann ich dagegen tun? Es tut mir nämlich im Herzen weh, meinen Rocky so zu sehen!
Dr. Christina Feidler: Ohne Ihren Hund zu kennen, ist eine Ferndiagnose natürlich schwer. Die Symptome, die Sie beschreiben, hören sich zunächst nach einer Ohrentzündung (Otitis) an. Dabei kann man neben Kopfschütteln und Juckreiz in der Regel auch eine starke Rötung sowie einen starken Geruch aus dem Ohrinneren feststellen. Dabei können aber sehr unterschiedliche Ursachen zu einer Otitis führen. Die häufigste Ursache sind sicherlich Erreger, wie Milben, Bakterien oder Pilze, die nach massiver Vermehrung zu einer Entzündung geführt haben. Aber auch Fremdkörper, die sich im Ohr festgesetzt haben, können zu starkem Juckreiz und Kopfschütteln führen. Genauso kann aber auch eine mögliche Allergie oder auch eine Autoimmunreaktion des Körpers sich in Form einer Veränderung im Ohrbereich zeigen. Ihr Hund ist ja – wie Sie schreiben - bereits tierärztlich untersucht worden. Was ist denn diagnostisch gemacht worden? Sind die Ohren innen gerötet oder sind die Veränderungen nur am Ohrrand zu sehen? Allergien können sich nämlich beispielsweise auch durch Veränderungen an den Ohrrändern zeigen. Ebenso kann sich beispielsweise die sogenannte Kälteagglutinationskrankheit, eine Autoimmunerkrankung, in Veränderungen an den Ohrrändern zeigen. Oft sind dann auch zusätzliche Veränderungen an Nase, Schwanz und Zehen zu sehen. Bei niedrigen Umgebungstemperaturen kommt es hier zu Rötungen und nachfolgend auch zu Blutungen und Absterben von kleineren Hautbezirken. Wichtig ist bei Ihrem Hund den Grund für die Symptome zu finden, denn nur dann kann sich ein dauerhafter Erfolg einstellen. Ich empfehle Ihnen, gegebenenfalls gemeinsam mit Ihrem Tierarzt /Ihrer Tierärztin Kontakt zu einem Spezialisten / einer Spezialistin für Hauterkrankungen aufzunehmen, um eine Diagnosefindung voranzutreiben.