Flirt-Faktor Hund

Interview mit einer Flirttrainerin

Ungezwungen streunert Bello durch Büsche und Wiesen und hat keine Hemmungen, einen fremden Hund sofort ausgiebig zu beschnuppern. Menschen dagegen tun sich häufig schwer damit, jemanden kennenzulernen. Kann ein Vierbeiner da helfen? Wir haben Flirttrainerin Nina Deißler zum Thema „Flirten mit Hund“ befragt…

Frau Deißler, lässt es sich mit Hunden besser flirten?


Ja, Hunde haben es in da in der Tat leichter als wir - sie achten auf Körpersprache und Geruch, das reicht meistens. Glück hat, wer einen kontaktfreudigen Hund besitzt, der gerne auf andere Hunde oder auch gleich auf sympathische Menschen zugeht. Da kann sogar ein schüchterner Mensch leicht in Kontakt kommen. Hunde sind immer ein hervorragendes Gesprächsthema, mit dem man auch gleich noch ein wenig Privates über das Gegenüber erfährt: Auf die Frage, ob der Hund mit zur Arbeit darf zum Beispiel erfährt man meist schnell, was der andere so den ganzen Tag treibt…   

Wirkt ein Mensch mit Hund anders?

Ein Mensch mit Hund beweist zunächst schon mal Verantwortungsbewusstsein, denn ein Hund braucht viel Pflege und Zuwendung - aber vor allem auch die Zeit des Herrchens. Während der Mensch mit Katze meist als „Einzelgänger“ oder zumindest Individualist gesehen wird, sind Hundemenschen eher gesellige Teamplayer, und damit auch als potentielle Partner attraktiv. Ein Mensch, der einen gut erzogenen Hund sein Eigen nennen kann, verfügt außerdem höchstwahrscheinlich über gute Führungsqualitäten, denn ein Hund gehorcht nur, wenn er das Herrchen als Rudelführer anerkennt - und das ist bei vielen Hunderassen gar nicht so einfach.    

Apropos Rasse: Spielt die eine Rolle?

„Wie der Herr, so’s Gescherr“ sagt ein altes Sprichwort und ganz so falsch ist es nicht. Hunderassen unterscheiden sich ja nicht nur im Aussehen, sondern auch im Charakter ganz gehörig voneinander. Man kann schon davon ausgehen, dass ein Mensch, der sich einen Windhund hält, anders ist als jemand mit einem Golden Retriever. Ich frage die Menschen, die ich treffe, daher gerne, wie sie sprichwörtlich „auf den Hund gekommen“ sind. Diese Geschichten sind meist amüsant und verraten viel über Hund und noch mehr über Herrchen.

Könnten Sie sich vorstellen, den Hund in ihren Seminaren als Flirtmedium einzusetzen?

Ich nutze meinen eigenen Hund Luzie ab und zu im Coaching – zum einem tatsächlich als „Kontakthelfer“, aber auch zum Üben von Selbstsicherheit und Durchsetzungsfähigkeit oder schlichtweg als gutes Beispiel für Mut und Lebensfreude, denn davon hat der kleine Racker jede Menge.

Haben Sie selbst auch schon mit Hilfe Ihres Hundes geflirtet?

Ich lebe seit fünf Jahren mit einem quirligen Jack-Russel-Terrier zusammen, der äußerst kontaktfreudig ist - allerdings mehr zu Menschen als zu anderen Hunden, aber das macht nichts. Menschen mit kontaktfreudigen Hunden sind in aller Regel selbst auch kontaktfreudig und so komme ich immer leicht ins Gespräch, egal ob ich meine Luzie dabei habe oder nicht. Etwas „Ernstes“ ist aus diesen Flirts nie geworden, aber gut für die Laune waren sie immer. Mit einem freundlichen Hund hat man immer schnell Kontakt - und sei es nur die ältere Dame in der U-Bahn.

Kann ein Vierbeiner generell gut für eine Beziehung sein?

Ein Hund ist für jeden Menschen eine Mischung aus Verpflichtung und Bereicherung. In Partnerschaften kann er dafür sorgen, dass sich der Alltag nicht immer nur um die Partnerschaft und den Partner als solchen dreht. Ein Hund weckt Verantwortungsgefühl und bringt Abwechslung und Spaß. Wenn ein Paar sich vielleicht auch Kinder wünscht, ist es eine gute Idee die Familienplanung damit zu beginnen, einen Hund anzuschaffen. Ein kleiner Hund ist am Anfang ähnlich pflegeintensiv wie ein Kind, glücklicherweise nicht ganz so lange. Aber man kann schon mal gut üben und sehen, was auf einen zukommt!
(Lesen Sie hier mehr zum Thema "Hunde und Babys")

Ist das auf dem Foto Ihr Mann? Verbindet die gemeinsame Liebe zu Hunden?

Ja, wir sind seit Mai 2008 verheiratet, obwohl wir uns erst seit November 2007 kennen. Die Hunde haben sicherlich ihren Anteil daran: Mein Mann ist Musiker und Comedian und eigentlich von Natur aus schon ein schräger Vogel - mit einem großen Herz, vor allem für Hunde. Als ich ihn nach seinem Vierbeiner fragte, dachte ich zunächst, ich hätte mich verhört: Ein Königspudel - wie bitte? Einen Mann, der so tolle Musik macht, so witzig ist und dann noch so einen komischen Hund hat, den musste ich einfach kennen lernen! So wurde unser erstes Date dann auch ein Hundespaziergang und, oh Wunder: Meine Terrierdame, die eigentlich sehr wählerisch ist bei ihren Spielkameraden, freundete sich direkt mit dem großen schwarzen Wuschelkopf an. Und auch ich habe mich schnell in ihn verliebt - allerdings vorher noch in sein Herrchen…

Vielen Dank für das Interview!

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 Weitere Tipps gibt Nina Deißler in ihrem neuen Buch „So verlieben Sie sich richtig - Wie man seinen Traumpartner sucht und findet“.