Interview

„Tierische Talente gesucht“

Hat euer Hund das Zeug zum Filmstar? Dann zögert nicht und bewerbt euch mit einem Video oder einem Foto eures vierbeinigen Lieblings beim Filmcasting des Internetportals YourChance.de. Mehr dazu im Interview mit dem Your Chance Projektleiter Kristian Costa-Zahn.

1. Vierbeiner sind im Filmgeschäft eine harte Konkurrenz für uns Zweibeiner geworden. Wie wird man ein tierischer Schauspieler?

Zunächst gibt es ein Drehbuch, das einen tierischen Darsteller vorsieht. Diesen gilt es dann möglichst nah an der Drehbuchvorlage zu besetzen. Ist etwa ein Dackel gefordert, kann die Rolle eben nicht ein Rottweiler bekommen, sondern könnte allenfalls durch einen Pudel ersetzt werden. Manchmal kommen aber auch Tiere in Drehbüchern vor, die auch wir nicht besetzen können, wie etwa Insekten oder weil sie nicht zu halten sind wie z.B. Wale. Die suchen wir natürlich auch nicht über Your Chance.

2. Haben Sie schon Tiere gecastet, die anschließend erfolgreiche Schauspieler wurden?

Nein, Erfolg kommt auch bei menschlichen Schauspielern erst durch eine gewisse Präsenz. Wir sorgen bei Produktionen mit Tieren aber dafür, dass sie nicht zu stark und zu häufig in Anspruch genommen werden. Teilweise drehen wir deshalb auch mit mehreren sich ähnelnden Tieren für eine Rolle.

3. Erzählen Sie uns von Ihrem schönsten Erlebnis mit Tieren?

Ich habe neulich selber mit dem Mops „Otto“ für unseren Casting-Aufruf gedreht. Er war vom Drehtrubel ganz begeistert und hat sich glaube ich in Nela, unsere weibliche Darstellerin verliebt. Am nächsten Tag kam er ganz aufgeregt ins Büro und war regelrecht enttäuscht, dass das Drehteam schon wieder weg war.

4. Haben auch schon prominente Haustierbesitzer ihre Haustiere am Casting teilnehmen lassen  – in der Hoffnung, dass ihr haariger Liebling genauso prominent wird, wie sie es selber sind?

Nein, bei uns noch nicht. Einmal hat ein Kameramann unserer Produktion „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ seinen Hund, den er häufig mit zur Arbeit nahm, ins Bild gesetzt. Der Hund wurde dann Bestandteil eines bestimmten Sets als eine Art Dauerkomparse.

5. Wie kommt man auf die Idee, ein Tiercasting zu gründen?

Your Chance wird von uns auf vielerlei Weise eingesetzt. Da es bei der UFA immer wieder Produktionen mit Tieren gibt, war es naheliegend auch hierfür einen Aufruf zu starten. Ziel ist es, einen allgemeinen Pool aufzubauen, auf den die Produktionen bei Bedarf zugreifen können.

6. Welche Voraussetzungen zum Erfolg braucht ein tierischer Bewerber?

Tiere, die im Film eingesetzt werden, sollten gut trainiert sein. Eine Produktion, hinter der ja eine Unmenge an Technik steckt und bei der viele Menschen in ganz unterschiedlichen Positionen arbeiten, kann es sich nicht erlauben, zu warten bis ein Tier das tut, was es gemäß Drehbuch tun soll. Wir müssen uns auf das Tier verlassen können. Natürlich kann eine Szene wiederholt werden, wenn der tierische Partner patzt, so wie beim menschlichen Schauspieler auch, es darf nur nicht zu oft vorkommen.

7. Bevorzugen Sie bestimmte Hunderassen?

Wie gesagt, das Drehbuch gibt die Rasse weitgehend vor. Manchmal suchen wir ein Schoßhündchen,  dann wieder einen Jagdhund oder eine Dogge.

8. Haben Sie einen prominenten Lieblingshund? Wenn ja, um wen handelt es sich?

Der Mops aus „Men in Black“. Wobei eigentlich geht es ja um die filmische Figur. Lassie zum Beispiel wurde von zahllosen unterschiedlichen Hunden, meistens Collies, verkörpert.

9.  Besitzen Sie selber auch Hunde?

Nein. Ich bin viel unterwegs und lebe mitten in Berlin. Da ist es sehr schwierig, ein Haustier zu halten.