Interview Teil 2

Maja von Hohenzollern rettet rumänische Straßenhunde vor grausamen Tod

Prinzessin Maja von Hohenzollern zeigte in Rumänien großes Engagement: Durch ihren Einsatz bewegte sie den Bürgermeister dazu, das grausame Hundemassaker in Brasov zu beenden. Im zweiten Teil unseres Interviews erfahrt ihr mehr dazu!

HalloHund: Nachdem Sie in der Tötungsstation in Brasov waren, hatten Sie gemeinsam mit dem ETN, dem Europäischen Tier- und Naturschutz, ein Treffen mit dem Vizebürgermeister. Wie verlief dieses Zusammentreffen?
Maja von Hohenzollern: Wir haben ganz sachlich mit den Vizebürgermeister geredet und ihm natürlich dabei auch die Bilder der misshandelten Hunde gezeigt. Zunächst leugnete er noch, dass diese Aufnahmen aus seiner Stadt seien und ging gar nicht auf uns ein. Es war unheimlich schwer, mit diesem Mann zu sprechen, weil er keinerlei Verständnis oder Mitleid für die Tiere gezeigt hat. Wir gaben aber nicht auf und erklärten ihm, dass dieses Vorgehen nicht nur zutiefst inhuman sei, sondern auch juristisch gegen bestehendes rumänisches und EU-Recht verstößt. Zudem ist dieses Handeln auch keine Lösung, um die Straßenhunde aus dem Stadtbild zu entfernen. Nach zwei Stunden mühsamen Gesprächs konnten wir dem Vizepräsidenten das Versprechen abringen, dass er mit dem Töten der Hunde aufhören wird und in ein gemeinsames Kastrationsprogramm mit dem ETN einwilligt.

HalloHund: Wie gingen Sie weiter vor, um sicherzustellen, dass die unschuldigen Tiere auch wirklich nicht mehr weiter eingefangen und getötet werden?
Maja von Hohenzollern: Mir war klar, dass dieses Versprechen des Vizebürgermeisters alleine noch nicht ausreicht, um die Hunde in Brasov zu retten. Um den Druck auf den Bürgermeister zu erhöhen, haben der ETN und ich im Anschluss eine Pressekonferenz abgehalten. Wir haben die anwesenden Pressevertreter auf die schockierende Situation der Straßenhunde und der Tötungsstation aufmerksam gemacht. Und das nicht nur mit Worten. Wir zeigten auch Bilder und Plakate mit den Worten „Is that God’s will?“. Ich erzählte vom Versprechen des Bürgermeisters, mit dem Töten aufzuhören und forderte die rumänischen Medien auf, gegen das Ermorden der Tiere zu protestieren, davon zu berichten und so dem Ganzen ein Ende zu bereiten.



HalloHund: Wie ist nun die momentane Situation in Brasov?
Maja von Hohenzollern: Die Pressekonferenz verfehlte ihre Wirkung nicht: in den darauffolgenden Tagen wurde in allen Fernsehprogrammen und Zeitungen Rumäniens davon berichtet. Das hat so einen öffentlichen Druck auf den Bürgermeister ausgeübt, dass die Tiertötungsstation regelrecht von Tierschützern und Hundeliebhabern gestürmt wurde. Die unschuldigen Hunde konnten so alle befreit werden. Auf Grund der öffentlichen Berichterstattung erklärte der Bürgermeister von Brasov offiziell, dass er mit dem Töten aufhören würde. Die darauffolgenden Gespräche wurden als offizielles Protokoll festgehalten. Momentan liegt dieses Schreiben dem Bürgermeister von Brasov vor und soll geprüft und unterschrieben werden. Wir bleiben aber auf jeden Fall an der Sache dran! Wir haben den Bürgermeister auch gleich vorgewarnt: „We will come back!“

HalloHund: Wie sollte man Ihrer Meinung nach weiter vorgehen, damit so eine Tragödie nicht noch ein Mal passiert?
Maja von Hohenzollern: Nur Kastration ist das einzige legale und humane Mittel, um das Problem der Straßenhunde dauerhaft lösen zu können. Deshalb bietet der ETN dem Bürgermeister von Brasov auch ein Kastrationsprogramm an. Doch es muss auch etwas in den Köpfen der Menschen geändert werden. Und das so früh wie möglich. Deshalb bin ich dafür, dass Projekte zum Tierschutz und dem richtigen Umgang mit Tieren in Kindergärten und Schulen durchgeführt werden sollten. Aber auch von EU-Seite brauchen wir umfangreichere Gesetze, die das Leben der Tiere schützt.

HalloHund: Wie viele Haustiere besitzen Sie momentan selbst?
Maja von Hohenzollern: Zur Zeit leben bei-, und mit mir neun Hunde, vier Katzen und zwei Kaninchen. Die spielen miteinander und sind wie eine große Familie. Es ist kein seltenes Bild bei uns, dass ein Hund mit einem Kätzchen nebeneinander gekuschelt einschläft. Wenn es einem der Tiere nicht gut geht, spüren das die anderen auch sofort und kümmern sich dann rührend um dieses „Familienmitglied“. Da können wir Menschen wirklich noch etwas dabei lernen!

HalloHund: Schlafen Ihre Hunde auch mit in Ihrem Bett?
Maja von Hohenzollern: Oh ja! Ich lebe mit meinen Tieren zusammen! Sie dürfen alles, dürfen überall in der Wohnung hin und so eben auch in mein Bett!

HalloHund: Was passiert, wenn ihr zukünftiger Partner gar kein Tier- bzw. Hundeliebhaber ist?
Maja von Hohenzollern: Das geht gar nicht! Mein Traummann muss einfach Tiere mögen! Menschen, die überhaupt nichts mit Tieren anfangen können, mit denen kann auch ich nicht umgehen. Und das weder privat noch beruflich.

HalloHund: Was ist Ihr liebstes Urlaubsziel?
Maja von Hohenzollern: Ich hatte schon seit 15 Jahren keinen Urlaub mehr. Doch würde ich die Zeit dafür haben, würde ich nach Indien reisen. Durch mein Interesse am Buddhismus fasziniert mich dieses Land sehr. Eine Himalaja-Tour reizt mich auf jeden Fall: Weit weg von großen Menschenmassen und der alltäglichen Hektik. Generell bin ich sowieso kein Typ für einen Luxux-Urlaub in einem fünf Sterne-Hotel, sondern ich bin eher naturverbunden und verstehe auch gerne, wie die Leute in anderen Ländern leben.

HalloHund: Vielen Dank!

Hier könnt ihr den ersten Teil des Interviews mit Maja von Hohenzollern lesen.